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Sind OTT Messenger Apps wirklich ein verlorenes Milliardengeschäft für Mobilfunkunternehmen?


In vielen Blog- und Presseartikeln ist im Moment zu lesen, dass Mobilfunkunternehmen Milliarden an SMS Umsätzen an Mobile Messaging Apps verlieren. Was steckt hinter dieser Behauptung? Die Mobilfunklandschaft ist komplex und kann weltweit nicht über einen Kamm geschoren werden. Hinzu kommt noch das veränderte Nutzungsverhalten der Konsumenten, die wachsende Smartphoneverbreitung, aber auch die unterschiedlichen Mobilfunktarife – im Folgenden geben wir einen Überblick über die aktuelle Branchensituation.



SMS vs. OTT Messenger Apps


OTT Messenger Apps haben sich, wenn man es so will, aus einer „Notsituation“ heraus entwickelt. Beeinflusst von zu hohen SMS-Preisen suchen sich Menschen einen alternativen Kommunikationskanal. Unterstützt wird dieser Trend hin zum IP-basierte Nachrichtenverkehr von der zunehmenden Smartphonepenetration und der wachsenden Verbreitung des mobilen Internets. Sind diese Faktoren in einem Land erfüllt, steht den Menschen die Tür zu Mobile Messenger Apps offen.


Anders ist die Situation in Ländern mit SMS Flatrates. Das heißt, dass Mobilfunkunternehmen eine unbegrenzte Anzahl an SMS in den Tarifen inkludiert haben und somit den Kunden nicht zum „Ausweichen“ auf eine Mobile Messaging App zwingen.


Diese Marktdynamik bedrängt Mobilfunkunternehmen von mehreren Seiten und es scheint gegeben, dass Mobilfunkunternehmen durch die zunehmenden Nutzerzahlen von OTT Messenger Apps an SMS-Volumen als auch an Umsatz verlieren.


SMS – ein verlorenes Geschäft?


Viele fragen sich jetzt natürlich, wie es mit der SMS weitergehen wird. Nun, was bringt die Zukunft – wichtig ist, dass die Mobilfunkbranche absolut betrachtet weiterhin sehr hohe Umsätze mit SMS erzielen wird. Eine Studie von Portio Research zeigt, dass die SMS auch in den nächsten Jahren einen Umsatz von weitaus über hundert Milliarden Dollar erwirtschaften wird. Der Grund dafür ist einfach die gelernte Zahlungsbereitschaft bei einer großen Nutzerzahl und die noch immer sehr hohe Verbreitung von Feature Phones speziell in Entwicklungsmärkten.


SMS Umsätze - Weltweit 2010-2017F)

Neben der privaten Nutzung wird die SMS auch im B2B-Bereich erfolgreich eingesetzt. Business-Lösungen basierend auf SMS bilden ein festes Standbein für die Zukunft, denn hier gibt es bis dato noch keine OTT-Alternative.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Mobilfunkbetreiber natürlich SMS-Umsatz an Mobile Messaging Apps verlieren. Jedoch ist es wichtig drauf hinzuweisen, dass man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen kann, denn OTT Messaging App bieten eine andere Art der Kommunikation als es die SMS tut. Durch das Aufkommen von OTT Messaging Apps wurde das Nutzungsverhalten der Menschen verändert. Nicht umsonst ist eine SMS durchschnittlich 5mal länger als eine OTT Nachricht. Die beiden Technologien erfüllen einfach einen anderen Zweck.


Quelle: Have MNOs really LOST billions of SMS dollars to OTT messaging apps? - http://www.portioresearch.com/en/blog/2013/have-mnos-really-lost-billions-of-sms-dollars-to-ott-messaging-apps.aspx